Donnerstag, 11. Dezember 2014, 12:39h

Ein merkwürdiger Kommentar und eine verschwundene Supportanfrage

behrens

herbertfunding, Donnerstag, 11. Dezember 2014, 08:28
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Ganz offenkundig eine Kreditwerbung (anscheinend in fürchterlicher maschineller Übersetzung), die inzwischen auch wieder verschwunden ist. Aber trotzdem merkwürdig, dass mein Hinweis* im Support sofort gelöscht wurde, obwohl Hinweise auf kommerzielle Blognutzung doch gang und gebe sind:

*Kreditwerbung?
Was ist denn das für ein merkwürdiger Kommentar?

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Montag, 16. Juni 2014, 09:53h

Eine schwere Entscheidung II – und der Versuch, nicht voreingenommen zu sein

behrens

Drei Monate liegt es nun zurück, dass ich für meinen Stiefvater eine Betreuung beantragt habe. Wie ich hier bereits beschrieben habe, fiel es mir alles andere als leicht, mich zu dieser Entscheidung durchzuringen, da ich ja während meiner Tätigkeit als rechtliche Betreuerin leider im Kollegenkreis auch einige sehr unschöne Dinge miterlebt habe. In meinem Antrag an das Amtsgericht erwähnte ich diesen Umstand und schloss das Schreiben mit den Sätzen: „....da es mir aber aus den genannten Gründen jetzt nicht mehr möglich ist, mich selbst um die Belange meines Stiefvaters zu kümmern, würde ich mir wünschen, dass ein Betreuer vorgeschlagen wird, der für seriöses und engagiertes Führen von Betreuungen bekannt ist. Ich möchte darum bitten, keinen Betreuer auszuwählen, der seine Arbeit ausschließlich an kaufmännischen Leitlinien orientiert oder der bei Gericht im Ruf eines respektlosen Umgangs mit den Betreuten steht.

Vor etwa drei Wochen rief mich dann mein Stiefvater an und sagte mir, dass ihm der Name des Betreuers mitgeteilt wurde. Weil keine Telefonnummer aufgeführt war, suchte ich diese im Internet, aber ich fand unter dem genannten Namen nur ein Maklerbüro. Als ich keinen anderen Eintrag vorfand, rief ich trotzdem an und mir wurde mitgeteilt, dass die Telefonnummer richtig sei, da der besagte Betreuer auch Makler ist.

Ich muss gestehen, dass ich bei dieser Information erstmal enttäuscht schlucken musste, denn ich habe ja gerade mit Betreuern, die ihre Betreuertätigkeit mit Maklergeschäften koppeln, extrem ungute Erfahrungen gemacht. In meinem Schreiben an das Amtsgericht hatte ich daher auch erwähnt, dass ich bestimmte berufliche Konstellationen wie eben beispielsweise das Führen von Betreuungen in Verbindung mit der Tätigkeit als Makler für bedenklich halte. Was sollte ich jetzt davon halten, dass nun trotzdem ausgerechnet ein Makler zum Betreuer meines Stiefvaters bestellt wurde?

Ehemalige Kollegen, mit denen ich über die Entscheidung des Gerichts sprach, konnten mein Erstaunen und meine Skepsis verstehen und empfanden die Entscheidung als ignorant. Was mir dann allerdings half, war die Reaktion einer Bekannten, der die Arbeitspraktiken einiger Betreuer meines Bezirks nicht unbekannt sind. Sie empfahl mir, einfach erstmal abzuwarten. Auch wenn der Beruf bzw. die ursprüngliche Ausbildung sicherlich Einfluss hat auf die Art, wie jemand seine Betreuungen führt, so sagt diese letztendlich dennoch nichts über die tatsächliche Ausführung der Arbeit aus.

Immerhin hat der Betreuer meines Stiefvaters meine Bitte erfüllt, meinen Stiefvater vor der eigentlichen richterlichen Anhörung aufzusuchen, damit dieser nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Dies würde mit Sicherheit von vielen meiner früheren Kollegen empört als nicht erforderlich abgelehnt werden. Außerdem hat der Betreuer meinen Stiefvater mittlerweile schon dreimal besucht und ich habe auch einen Rückruf erhalten – beides ist ebenfalls längst nicht selbstverständlich. Bei dem Telefonat erfuhr ich dann, dass der Betreuer meines Stiefvaters nur 30 Betreuungen führt. Das ist eine Zahl, die mich überrascht, da es Betreuer gibt, die trotz ihrer Maklertätigkeit zeitweilig bis zu 70 Betreuungen führen. Auch wenn eine geringe Betreuungszahl noch kein Garant für hohe Qualität ist, so sagt sie dennoch aus, dass es dem Betreffenden ganz offensichtlich nicht in erster Linie um Gewinnmaximierung geht. Ein weiterer Pluspunkt ist der Umstand, dass es keine Homepage gibt, die für peinliche Eigenwerbung genutzt wird.

Alles in allem versuche ich, die Entscheidung des Gerichts gelassen zu nehmen und nicht voreingenommen zu sein. Zugegebenermaßen fällt mir dies nicht leicht, denn wie bereits erwähnt, fiel es mir nach allem, was ich während meiner Tätigkeit als Betreuerin mitbekommen habe äußerst schwer, eine Betreuung für meinen Stiefvater zu beantragen, zumal es eben nicht nur um fragwürdigen Umgang mit den Betreuten geht, sondern auch darum, dass ein nicht unerheblicher Teil des Berufsstandes eine offene Auseinandersetzung mit Kritik vehement und rigoros ablehnt. Aber dennoch ist der Hinweis meiner Bekannten richtig – nicht jeder Makler geht zwangsläufig autoritär und respektlos mit anderen Menschen um. Und auch ein Makler kann einen humanistischen demokratischen Arbeitsansatz haben und Qualität und nicht Zeitersparnis als Ziel anstreben.

Warten wir es also ab.

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Dienstag, 15. April 2014, 12:33h

Eine schwere Entscheidung und der Versuch des Optimismus

behrens

Seitdem mein Stiefvater im Jahr 2005 einen schweren Schlaganfall erlitt, kümmere ich mich um die Regelung seiner Angelegenheiten. Ganz bewusst habe ich dies nicht im Rahmen einer rechtlichen Betreuung getan, sondern über die Erteilung einer Vollmacht. Ich hatte mir vorgenommen, dies auch beizubehalten. Allerdings ist es nicht so einfach, Angelegenheiten für einen Familienangehörigen zu regeln, wenn derjenige relativ weit weg wohnt. Und die Sorge für einen Angehörigen wird ebenfalls erschwert durch den Umstand, dass jemand infolge von Pflegebedürftigkeit nur über ein Existenzminimum verfügt. Ob Angehöriger oder rechtlich Betreuter – das Leben an der Armutsgrenze erfordert es, jeden Cent dreimal umzudrehen. Jede unerwartete Ausgabe erfordert eine Neuberechnung des zu Verfügung stehenden Etats.

Schweren Herzens habe ich mich jetzt dazu durchgerungen, für meinen Stiefvater eine Betreuung zu beantragen. Neben der örtlichen Ferne spielen dabei auch gesundheitliche Gründe eine Rolle, außerdem gehört mein Stiefvater auch nicht zu den Menschen, die im Umgang immer einfach sind. Vor seinem Schlaganfall hatte ich eigentlich überhaupt keinen Kontakt zu ihm, aber da sein Sohn sowie alle anderen Familienmitglieder es ablehnen, sich um ihn zu kümmern, übernahm notgedrungen ich diese Aufgabe.

Auch wenn es gute Gründe für meine Entscheidung zur Beantragung einer Betreuung gibt, so kommt es mir dennoch wie ein Verrat vor. Mir klingt immer noch der Satz eines Kollegen im Ohr, der auf meine Aussage, dass mein Stiefvater nicht ins Pflegeheim möchte, weil er nach einem arbeitsreichem Leben nicht mit dem Taschengeldsatz von ca. 100,00 € leben will, antwortete: „Das ist dieses Anspruchsdenken, das unsere Gesellschaft kaputt macht“. Wie kann man beruhigt eine Betreuung für einen Angehörigen beantragen, solange es Betreuer gibt, die eine derartig verächtliche und ignorante Einstellung gegenüber schwerkranken Menschen haben, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben?

Letztendlich war es mein eigener Arzt, der mich davon überzeugt hat, dass man sich immer wieder vergegenwärtigen muss, dass nicht jeder Betreuer eine derartige Ansicht vertritt. Nur eine Minderheit unter den Betreuern tätigt Insichgeschäfte und längst nicht alle Betreuer wollen mehr als vierzig Betreuungen führen. Mein Arzt arbeitet auch als Gutachter in Betreuungsverfahren und steht der Praxis des Betreuungsgesetzes nicht unkritisch gegenüber. Seiner Meinung nach hält sich die Zahl derjenigen Betreuer, die ihre Betreuungen vorschriftsmäßig führen die Waage mit denjenigen, bei denen dies nicht der Fall ist. Dies ist übrigens auch die Ansicht des für meinen Stiefvater zuständigen Mitarbeiter des Sozialamts, den ich nach seiner Erfahrung mit den ortsansässigen Betreuern fragte. Mit anderen Worten – es muss nicht der Fall eintreten, dass mein Stiefvater einen Betreuer erhält, dem unseriöse Praktiken nachgesagt werden.

Ich versuche also optimistisch zu sein, was mir allerdings nicht immer leicht fällt. Ich wäre wesentlich beruhigter, wenn ich wüsste, dass es einen Konsens unter Betreuern geben würde, demzufolge bestimmte Praktiken und Haltungen scharf verurteilt würden. Ich erinnere mich noch gut an die Kollegin, die mir bitterste Vorwürfe wegen meines Interviews machte, weil ihrer Meinung nach Kritikpunkte auf keinen Fall öffentlich angesprochen werden dürfen und die damit argumentierte, dass sich die Betreuten ja beschweren könnten. Dies trifft auf meinen Stiefvater – wie auf sehr viele andere auch – definitiv nicht zu. Er wäre weder in der Lage, einen Beschwerdebrief zu schreiben, noch könnte er das Gericht persönlich aufsuchen und sich adäquat ausdrücken. Außerdem stellt es ein Paradox dar, dass jemand, der einerseits anerkannterweise nicht in der Lage ist, sich ausreichend selbst für seine Rechte einzusetzen, die Fähigkeit zugesprochen wird, sich gegen denjenigen, der ihn vertreten soll, zur Wehr zu setzen.

Aber vielleicht ändert sich ja auch irgendwann einmal die Einstellung der Betreuer gegenüber dem Umgang mit Kritik. Vielleicht wird es sogar irgendwann so etwas wie Beschwerdemanagement oder einen runden Tisch mit Vertretern aller Seiten geben. Und vielleicht passiert dies sogar noch zu Lebzeiten meines Stiefvaters. Ich würde dann auf jeden Fall ruhiger schlafen können.

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Sonntag, 17. Juli 2011, 19:51h

Wer weiß Rat, was man mit einer Leiche im Keller tut?

behrens

Manchmal kann eine einzige Frage mit einem Schlag sofort wieder alte Traumen in Erinnerung ruft. Gestern stellte mir ein guter Freund so eine Frage. „Warum hast Du nichts unternommen, als Du von den Betrügereien Deines Anstellungsträgers erfuhrst?“ fragte er mich. Ja, warum nicht – frage ich mich seit dem gestrigen Abend selbst wieder. Die ganze alte Geschichte, in der ich nicht das Rückgrat hatte, adäquat einzugreifen. In der ich mich nicht getraut hatte, das zu tun, was man tun sollte, wenn jemandem, der sich selbst nicht wehren kann, massives Unrecht zugefügt wird. Wenn Menschen sich wie Herrenmenschen aufführen, für die andere nur Untermenschen sind, die man nach Belieben für seine Zwecke missbrauchen kann.

Das ist meine ganz persönliche Leiche im Keller. Ich weiß nicht, wie man mit so einer Leiche umgeht. Und wünsche mir sehnlichst einen Rat.

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Samstag, 25. Dezember 2010, 00:31h

Ich habe keinen Korpsgeist

behrens

Gestern hat mich ein Kollege mit dem Begriff „Korpsgeist“ vertraut gemacht. Ehrlich gesagt war mir dieser Begriff überhaupt nicht geläufig. Ich kenne Begriffe wie Solidarität, Kollegialität, Sozialverhalten. Aber all diese Begriffe haben nur entfernt etwas mit Korpsgeist zu tun.

Korpsgeist gab es in den Ritterorden, im preußischen Militär, in den studentischen Verbindungen und heutzutage sogar in den Bereichen der Betriebsführung. Einer für alle – alle für einen. Hört sich nicht schlecht an. Klingt irgendwie doch ein bisschen nach Solidarität – die ich mir ja schon so lange und so sehnlichst wünsche. Ein gemeinsames Ziel verfolgen, etwas gemeinschaftlich erkämpfen und durchsetzen, anderen bei Angriffen den Rücken stärken und im Gegenzug selbst den Rücken gestärkt bekommen. Aber wenn all dies gleichbedeutend mit Korpsgeist wäre, dann würde man ja diesen Begriff und nicht den der Solidarität verwenden.

Es muss also einen entscheidenden Unterschied geben. Und es muss etwas sein, das mir persönlich fehlt, denn von einigen Kollegen wurde vorgeworfen, dass es eben jener Korpsgeist ist, an dem es mir mangeln würde. Begründet wird dies mit dem Vorwurf, dass es der Korpsgeist zwingend gebietet, Kritik - selbst wenn sie berechtigt ist - nicht öffentlich zu äußern, wenn es sich dabei um das Verhalten der eigenen Gruppenmitgliedern handelt.

Ich glaube, ich habe den Unterschied zu den mir geläufigen Begriffen eben herausgefunden. Korpsgeist bedeutet Gleichschritt. Und zwar ganz gleich in welche Richtung. Korpsgeist kann bedeuten, sogar großen Unsinn, böse Schweinereien oder absurde Aktionen mitzumachen und mitzutragen. Es ist nicht ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Haltung, durch die eine Verbindung mit den anderen Korpsmitgliedern entsteht – nein, es ist lediglich eine mehr oder weniger zufällige und auch nur partielle Zugehörigkeit zu einem Stand oder einer Gruppe. Und zu allem was immer dieser Stand oder diese Gruppe dann tut, muss konsequent genickt werden. Der Korps hat keine andere Funktion als die, sich selbst zu nützen. Eine Zweckgemeinschaft, deren einziger Zweck sie selbst ist.

Ob jemand andere Menschen ausnutzt, ob jemand menschenverachtende Positionen vertritt, ob jemand lügt und betrügt oder ob jemand kompletten Schwachsinn veranstaltet – all dies muss ausnahmslos mitgetragen werden. Mit anderen Worten – das Gehirn bleibt draußen. Das Gewissen im Zweifelsfall auch.

Und deswegen habe ich keinen Korpsgeist. Ich will nicht im Ritterorden an Kreuzzügen teilnehmen. Ich will auch nicht im preußischen Stechschritt marschieren. Ich will auch in keiner schlagenden Burschenschaft an Trinkgelagen teilnehmen. Ich will nicht in irgendeinem Betrieb als Heldin der Arbeit gefeiert werden. Und vor allem will ich weder ducken vor Betreuern, die sich wie Obersturmführer aufführen noch vor Betreuern, die in den Betreuten nichts anderes als eine Einnahmequelle sehen.

Da wo Korpsgeist herrscht, zählt nichts anderes mehr als das Wohl derjenigen, die zum Korps gehören – das aller anderen wird bedeutungslos. Korpsgeist ist ein Euphemismus für Cliquen- und Vetternwirtschaft.

Ich habe keinen Korpsgeist. Und ich will auch keinen.

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Dienstag, 2. November 2010, 20:11h

Wichtige Frage an Internet-Kenner

behrens

Ich habe mal eine Frage, die die Möglichkeiten betrifft, jemanden in einem Forum zu diffamieren, indem man nicht nur unter einem Namen registriert ist, sondern unter vielen (konkret 16). Ich habe null Ahnung von diesen Dingen, aber mir hat jemand gesagt, dass es eine IP-Nummer geben würde, die immer den Platz orten würde, von dem eine Registrierung getätigt wurde. Wenn es so etwas tatsächlich geben sollte, ist es dann auch wahrscheinlich, dass ein Forumsbetreiber dies auch kontrolliert, denn ich frage mich, warum jemand so eine Kontrolle wichtig finden sollte?

Zum Beispiel hier bei Blogger.de kann man sich ja auch unter vielen Namen registrieren und später einloggen, ohne dass dies verboten wäre - wofür es ja eigentlich auch keinen Grund gibt.

Nicht lustig machen über meine Frage, es ist etwas ziemlich Mieses passiert (nicht mir, sondern jemand anderen) und ich möchte der Sache nachgehen.

Vielleicht weiß ja jemand von Euch/Ihnen so etwas.

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Mittwoch, 5. Mai 2010, 13:42h

Das Wesen der Kritik – Eigenlob oder Unzufriedenheit?

behrens

Während der vielen Jahre, die ich nun schon im Bereich der Berufsbetreuungen tätig bin, erhalte ich bei der Äußerung von Kritik an der Arbeitspraxis von Berufsbetreuern in steter Regelmäßigkeit immer wieder den Vorwurf des Eigenlobs. Die Motivation meiner Kritik wird nicht darin gesehen, dass ich einige Dinge für äußerst fragwürdig halte, sondern mir wird unterstellt, meine Arbeitsweise für besser als die der anderen zu halten. Ich habe schon viel über diesen äußerst merkwürdigen Rückschluss nachgedacht und dabei fiel mir auf, dass in meinen früheren Arbeitsbereichen dieser sonderbare Vorwurf weder jemals gegen mich noch gegen irgend jemanden aus dem Kollegenkreis erhoben wurde. Kritik wurde immer als das angesehen, was Kritik ihrer Natur nach ist – Unzufriedenheit mit etwas oder mit jemandem. Und eben dies scheint einigen Menschen völlig fremd zu sein.

Was ist daran eigentlich so ungewöhnlich, dass man etwas für fragwürdig und somit für veränderungswürdig hält? In meiner Ausbildung zur Sozialpädagogin wurde eben genau dies als Grundlage und Triebfeder allen Handelns begriffen – etwas in irgendeiner Form verändern zu wollen. Und zwar als immerwährender Prozess, der als Spiegelbild der sich wandelnden gesellschaftlichen Zustände selbst auch immer wieder verändert werden muss.

Aber vielleicht muss man es gar nicht so kompliziert ausdrücken sondern kann es in einer viel einfacheren Formel auf den Punkt bringen: Ich möchte Menschen so betreuen, wie ich selbst auch betreut werden möchte – nicht besser und nicht schlechter. Und weil ich selbst keine überhöhten Rechnungen bezahlen möchte, kritisiere ich Kollegen, die zur Zeiten der nichtpauschalierten Abrechnung Rechnungen in schwindelnder Höhe gestellt haben. Und wenn ich Kollegen kritisiere, die völlig überflüssige Anwaltsmandate erteilen, dann nicht deshalb, um stolz darauf hinzuweisen, dass ich selbst so etwas nicht tue, sondern weil mir vor dem Gedanken graut, irgendwann selbst einmal in die Situation zu kommen, in der ich einen Anwalt nur deswegen bezahlen muss, weil mein Betreuer mit ihm verwandt ist und ihm deswegen einen lukrativen Auftrag verschaffen möchte.

Apropos Eigenlob – ein Lob wird eigentlich nur für etwas besonders Hervorzuhebendes erteilt. Und ich halte es in keiner Weise für etwas besonders Hervorzuhebendes, wenn Rechnungen nicht gefälscht werden oder wenn keine unsinnigen und nichtbegründbaren Mandate erteilt werden. Dies sollte schlichtweg den Normalfall darstellen. Es macht nachdenklich, dass allein schon die Abneigung gegen fragwürdige Arbeitspraktiken als Eigenlob umgedeutet wird.

Ich habe vor kurzem ein Feedback auf meine Homepage erhalten, das für mich äußerst ungewöhnlich war. Ausnahmsweise mal kein Vorwurf des Eigenlobs, sondern jemand hat mir seinen Respekt ausgesprochen. Derjenige hat dabei allerdings auch betont, dass ich „ganz schön austeilen“ würde, was ich auch nicht abstreite, denn ich stimme mit den vielen Kritikern des Betreuungswesens überein, dass vieles nicht so läuft, wie es laufen sollte. Übrigens auch bei mir nicht. Auch ich habe schon Entscheidungen gefällt, die ich im nachherein als falsch ansehe. Und auch ich habe schon einmal Fristen versäumt oder mich bei Kalkulationen verrechnet. Die Frage ist aber, ob schon allein der Umstand, selbst Fehler zu machen, von dem Recht auf Kritik ausschließt. Wäre dies der Fall, dann käme dies konsequenterweise einem Kritikverbot gleich, da jeder Fehler macht. Die Sichtweise des „Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“ soll vor dem voreiligen und selbstgefälligen Richten schützen, nicht aber vor dem Recht – und der Pflicht! – Verhaltensweisen in Frage zu stellen. Und vor allem sollte diese Sichtweise nicht als Entschuldigung missbraucht werden für feige Bequemlichkeit. Denn es ist oftmals nichts anderes als eben diese feige Bequemlichkeit, die der Grund dafür ist, alles und jeden kritiklos zu akzeptieren.

Jede noch so berechtigte Kritik mit dem Vorwurf des Eigenlobs abzuschmettern ist ein geschickter Schachzug, um gezielt abzulenken von der eigenen Taktik, sich jeder Auseinandersetzung und Stellungnahme zu entziehen. Nach dem Motto „Ich will nicht kritisiert werden, also kritisiere ich andere auch nicht“ – kann man sich bequem einen Schutzwall bauen.

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Dienstag, 23. März 2010, 23:00h

Solidarität - ein lang vermisstes Verhalten

behrens

Momentan gibt es in unserem Berufsstand große Diskussionen darüber, dass wir Berufsbetreuer eventuell unsere seit Jahren gezahlte Mehrwertsteuer erstattet bekommen. Dies wäre gleichbedeutend mit einer mehrere Tausend Euro betragenden Finanzspritze – worüber verständlicherweise jeder mehr als froh wäre. Allerdings hängt alles davon ab, ob ein vor dem Europäischen Gerichtshof gefälltes Einzelurteil auch auf nationaler Ebene Anerkennung findet. Wenn dies der Fall wäre, würden wir gleichgestellt werden und eine Menge Geld erstattet bekommen. Aber ob es tatsächlich eine entsprechende Rechtssprechung geben wird, steht noch in den Sternen.

Anstatt sich allerdings darüber ganz normal auszutauschen, wird jetzt der Berufsstand in Schwarzmaler und in Richtigdenker eingeteilt. Momentan gibt es noch keinen genauen Verfahrensweg, der eindeutig eingeschlagen wurde. Voraussetzung ist auf jeden Fall eine Einspruchseinlegung – die allerdings erstmal zu einer Ablehnung führt, da die entscheidende Rechtsprechung ja wie erwähnt noch aussteht. Die meisten der Kollegen haben erstmal prophylaktisch Einspruch eingelegt und warten ab. Ohne mir etwas Böses dabei zu denken, habe ich den von mir eingeschlagenen Rechtsweg in unserer Mailliste dargestellt und dabei auch betont, dass ich einfach nur meinen Weg vorstellen möchte. Das hätte ich lieber nicht tun sollen, denn Folge war eine ziemliche harte Zurechtweisung durch eine Kollegin, die anscheinend meinen Weg ideologisch in die Schwarzmaler-Kategorie einordnete.

Ich hatte mich über den Rüffel der Kollegin geärgert, aber ließ die Sache erstmal auf sich beruhen, zumal weder negative noch positive Reaktionen kamen. Heute habe ich dann allerdings doch ein – weitgehend nettes – kleines Statement abgegeben. Dann kam überraschenderweise eine Resonanz. Eine mir nicht bekannte Berufsbetreuerin hinterließ eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter, in der sie mir mitteilte, dass sie genau meiner Meinung sei und die besagte Reaktion überhaupt nicht nachvollziehen konnte.

„Ich möchte Ihnen dies nur mitteilen, damit Sie wissen, dass sie nicht allein dastehen“. Diesen Satz habe ich während der letzten 13 Jahren meiner Tätigkeit als Berufsbetreuerin nicht mehr gehört. Wenn irgendwelche ungerechtfertigten Angriffe kamen, sei es von Angehörigen, Kollegen, Rechtspflegern oder meinen früheren Chefs, stand ich dem immer völlig allein gegenüber. Allein in der Auseinandersetzung um die Betrügereien des Betreuungsvereins, allein vor dem Sozialgericht, als meine früheren Chefs mir einen Teil meines Lohns streitig machten und allein bei ziemlich heftigen Beleidigungen von KollegInnen. Und jetzt, bei einer relativ harmlosen Angelegenheit, ruft mich plötzlich ein Wildfremder an, um mir den Rücken zu stärken. Ob mein gegenüber dem Finanzamt eingeschlagener Weg richtig oder falsch ist, sei dahingestellt – auf jeden Fall gibt es keinen Grund, mir dabei öffentlich irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen ideologischen Gründe zu unterstellen.

Ich glaube, man kann bestimmte Ziele und Ideale in seiner Arbeit nur dann durchhalten, wenn man ab und zu den Rücken gestärkt bekommt. Und plötzlich kommen mir Erinnerungen an frühere Zeiten, in denen ich Rückhalt erhalten habe. Erinnerungen an Kollegen, Klienten – manchmal sogar Arbeitgeber – mit denen man sich wechselseitig darin unterstützt hat, für seine Meinung einzutreten und keine faulen Kompromisse zu machen. Menschen, die Lust haben, etwas zu verändern und denen es nicht ausreicht, ständig nur den Weg des kleinsten Widerstands zu gehen.

Übrigens hatte ich ursprünglich gar nicht die Absicht gehabt, die von mir eingeschlagene rechtliche Vorgehensweise anderen mitzuteilen. Aber jemand aus dem Kollegenkreis fand meine Vorgehensweise plausibel und sinnvoll und riet mir zum Einbringen in die öffentliche Mailliste. Nachdem ich den öffentlichen Rüffel der Kollegin erhalten hatte, hatte ich insgeheim natürlich die Hoffnung auf ein wenig Solidarität, die sich aber leider nicht erfüllte, sondern mir nur den Vorwurf der Abhängigkeit von Bestätigung durch Dritte einbrachte. Aber dann macht sich doch plötzlich jemand die Mühe, der mich gar nicht kennt, mir ein paar ermutigende Worte aufs Band zu sprechen.

Fazit: Man sollte in der Lage sein, ohne die Bestärkung anderer auskommen und arbeiten zu können. Aber wenn ich mich an die Zeiten zurückerinnere, in denen Solidarität und gegenseitige Unterstützung und Bestärkung selbstverständlich waren, dann kann ich nicht umhin zu sagen: Es hat mehr Spaß gemacht, war weniger anstrengend und man hat viel mehr erreicht!

Damit Sie wissen, dass sie nicht allein dastehen“ - ein toller Satz. Ein Satz, den man viel zu selten hört und den man bitter nötig hat, wenn es für wichtig hält, auch die unbequemen und lästigen Dinge anszusprechen. Ein Satz, den man ab und zu mal hören muss, wenn man sich nicht verbiegen will...

Edit:
Habe mich heute bei der Kollegin telefonisch bedankt und das erste Mal seit ewigen Zeiten ein 1 1/2 stündiges Fachgespräch über Betreuungsarbeit geführt (NICHT über Vergütungsfragen) - es gibt noch Wunder!

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Sonntag, 3. Januar 2010, 23:29h

I wanna be a boss, I wanna be a big boss - oder Mitarbeiterführung in einem gemeinnützigen Verein

behrens

Manche Begebenheiten liegen lange zurück und bleiben uerklärlicherweise trotzdem irgendwie im Gedächtnis haften. Und vielleicht sollte man sie dann einmal niederschreiben. Nicht zuletzt deswegen, weil manche Dinge sich nicht wiederholen sollten. So geht es mir bei dem letzten Gespräch, das ich im Betreuungsverein Elbe mit unserem Big Boss führte, kurz nachdem ich meine Kündigung ausgesprochen hatte.

Big Boss :„Ich habe gerade erfahren, daß Sie gekündigt haben“.

Ich: „Stimmt, ich habe keine Lust, an einem Platz zu arbeiten, an dem man sogar noch seinen PC selbst mitbringen muß“. Zur Erklärung: Obwohl im Betreuungsverein Hauptteil der Arbeit aus Schreibarbeiten bestand, gab es für die Mitarbeiter keinen eigenen PC und so hatte ich meinem Kollegen seinen Laptop abgekauft. Meine Erwiderung hatte die gute Laune des Geschäftsführers sofort zum verschwinden gebracht.

Big Boss: „Keiner hier hat Sie hier gezwungen, einen PC zu kaufen“.

Ich: „Das mag sein, aber der größte Teil der Arbeit findet am PC statt und es ist arbeitstechnisch unzumutbar, ständig Arbeit vor sich hinzuschieben, nur weil der PC gerade besetzt ist. Aber es geht hier nicht nur um den PC, hier werden Mitarbeiter ausgenutzt. Mitarbeiter machen hier jede Menge unbezahlte Arbeit und dies wird in keiner Weise anerkannt. Und dann werden Mitarbeiter auch noch einfach rausgeschmissen“. Hiermit sprach ich die vor kurzem erfolgte Kündigung der Sekretärin an.

Big Boss:„Die Kanzlei kann sich eine Weiterbeschäftigung nicht leisten“. Ich habe schließlich Verpflichtungen gegenüber meiner Familie.

Ich: „Andere Menschen haben auch Verpflichtungen. Mein Gehalt muß zum Beispiel auch für zwei reichen, weil mein Freund ist arbeitslos ist“ .

Big Boss: „Ihr Freund ist selbst Schuld, daß er arbeitslos ist“.

Ich: „Mein Freund hat aufgrund seiner Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache Probleme, eine Arbeit zu finden“. Mein Freund ist Ausländer und war damals erst vor kurzem nach Deutschland gekommen.

Big Boss: „Ihr Freund ist einfach nur faul. Der hat keine Lust, Deutsch zu lernen“.

Auf so eine Dreistigkeit fiel mir – und das ist selten bei mir – keine direkte Antwort ein. Das Gespräch ging dann aber weiter, indem ich nochmals auf die sehr vielen Gratisüberstunden hinwies, die alle Mitarbeiter – auch die besagte rausgeschmissene Mitarbeiterin – leisteten. Überraschenderweise gab dies der Geschäftsführer in einem Anfall von kleinlauter Ehrlichkeit sogar zu – beschwerte sich im gleichen Atemzug über die Krankschreibung der besagten Mitarbeiterin. Offensichtlich hielt er das (immerhin schon seit Bismarck bestehende) Lohnfortzahlungsgesetz für eine kommunistische Erfindung zur Zerstörung eines Arbeitgebers. Außerdem wies er eifrig darauf hin, daß ihm die Mitarbeiterin viel verdanken würde.

Ich: „In diesem Verein werden die Mitarbeiter ausgenutzt. Es werden Unmengen von unentgeltlichen Überstunden geleistet und das wird als selbstverständlich angesehen. Es gibt für die Mitarbeiter hier nicht die geringste Unterstützung. Und zum 10jährigen Jubiläum fällt Ihnen nichts anderes ein, als eine lausige Kaffetasse für 1,95 DM als Geschenk zu präsentieren“.

Die Erwähnung dieser höchst peinlichen Begebenheit anläßlich eines Jubiläums schien irgendwie direkt ins Schwarze getroffen zu haben, denn der Geschäftsführer lief krebsrot an. Und gab dann die dämlichste und unglaubwürdigste Antwort, die jemals jemand gegeben hat, bei dem sich alles einzig und allein ums Geld dreht:

Big Boss: „Ich halte es für einen Fehler, wenn Anerkennung nur in Form von materiellen Werten ausgedrückt wird. “.

Aber meine Worte verzieh er mir nicht und jetzt wurde richtig aufgefahren:

Big Boss: „Ich schon gleich am Anfang dafür, Sie rauszuschmeißen. Aus Ihnen wird nie etwas werden. Mit Ihnen stimmt doch auch etwas nicht. Wenn jemand mit 40 Jahren noch nichts geworden ist, dann kann man sicher sein, daß aus so jemandem nie etwas wird. Ihnen mangelt es an Respekt gegenüber Vorgesetzten. Ein Untergebener hat grundsätzlich alles zu akzeptieren, was vom Vorgesetzten vorgegeben wird. Wenn ich als Chef Ihnen sage, daß dieser Stuhl hier – dabei klopfte er heftig auf einen rabenschwarzen Stuhl – weiß ist, dann hat er für Sie die Farbe weiß zu haben“ .

Das Gespräch endetet dann und es stimmt mich noch immer nachdenklich, daß so eine Sorte Mensch problemlos Geschäftsführer eines gemeinnützigen – und somit aus Steuergeldern finanzierten – Vereins werden und jahrelang bleiben kann. Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, daß der Big Boss sich noch aufs Abfälligste über eine/n Mitarbeiter/in und dessen/deren Familie äußerte und mit Nachdruck auf die wohlsituierte Lage des/derjenigen im Vergleich zu ihm hinwies.

Wer meine Nachdenklichkeit mit gekränkter Eitelkeit erklärt, mag vielleicht nicht völlig falsch liegen, trifft aber dennoch nicht den Kern meiner Kritik - zumal ja auch nicht nur ich ausgenutzt und beleidigt wurde. Der Grund meiner Fassungslosigkeit liegt darin, daß zwar ausnahmslos jeder die Arbeitsweise des Vereins katastrophal fand, aber niemand auch nur den leisesten Hauch von Kritik äußerte.

Und ich frage mich, was Demokratie für einen Sinn macht, wenn sich Mitarbeiter so verhalten, als würden wir noch in Zeiten leben, in der man die Gestapo oder die Stasi fürchten mußte.

10cc kennt wahrscheinlich niemand mehr, aber anscheinend kannte 10cc unseren ehemaligen Big Boss:

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Freitag, 23. November 2007, 05:52h

Manchmal fehlen sie mir ........

behrens

Manchmal fehlen sie mir - die Sozialarbeiter aus früheren Zeiten. Die auch mal den Mund aufgemacht haben und noch den Wunsch nach Veränderung hatten. Die sich mit Behörden, Vorgesetzten und wem auch immer angelegt haben, wenn es sein mußte. Die Sozialarbeiter, ohne die es die jetzigen Beratungsstellen, Fachbeauftragten und so einige Rechtsansprüche auf Hilfen nicht geben würde, weil die nicht einfach vom Himmel fielen, sondern hart erkämpft werden mußten. Sozialarbeiter, für die ihre Arbeit nicht bloß kaufmännische Kosten/Nutzenrechnung war, sondern die manchmal ein bißchen über das unbedingt Erforderliche hinaus getan haben, weil es eben manchmal genau das kleine Bißchen mehr ist, das für wirkliche Veränderungen erforderlich ist. Sozialarbeiter, die keine Angst hatten, zu ihrer Einstellung und ihrer Arbeit mit allem Für und Wider auch in der Öffentlichkeit zu stehen und damit etwas in Bewegung gebracht haben.

Sicher, es gibt immer noch Menschen, die sich in ihrer Arbeit aufreiben und viel mehr für andere tun, als sie eigentlich müßten. Aber leider tun sie dies im stillen Kämmerlein und so kann niemand mitbekommen, daß viele Dinge nur umgesetzt werden konnten, weil man eben NICHT nur das Plansoll erfüllt hat. So edel und lobenswert diese Kollegen auch sind; hätte es in der Vergangenheit nur diese Arbeitsweise gegeben – wir würden uns jetzt wahrscheinlich noch im Mittelalter befinden, wir hätten noch die 60 Stundenwoche und als einzige soziale Einrichtungen würde es vielleicht Findelhäuser und Suppenküchen geben.

Was speziell die Betreuer und Betreuerinnen betrifft, so gibt es auch hier einige, die sich sehr engagiert um ihre Betreuten kümmern und die dabei nicht nur ihre Vergütung im Kopf haben, obwohl in nicht wenigen Betreuerköpfen kaum ein anderes Thema Platz findet. Leider scheint es aber wenig Hoffnung zu geben, Mitstreiter im Einsatz für grundlegende Veränderungen zu finden, und die bräuchten wir heute mehr denn je.

Wenn Sozialarbeit nicht auf Flickschusterei begrenzt bleiben soll, sondern auch verändernd eingreifen will, wird nicht nur Engagement gebraucht, sondern auch die Bereitschaft, Mißstände offen zu benennen und Konflikte auch – oder gerade - in der Öffentlichkeit auszutragen.

Ich habe in meiner Arbeit dieses Ideal noch lange nicht verwirklicht. ABER: ich habe zumindest noch dies Ideal!

18.05.:1498/24.11.:1412

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