Freitag, 8. Februar 2008, 01:32h
Das Bonmot zum Feierabend
Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.
Kurt Tucholsky
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Samstag, 19. Januar 2008, 01:56h
Leisten Betreuer Sozialarbeit?
Leisten Betreuer Sozialarbeit?
Traditionell entspringt die Sozialarbeit der Armenfürsorge und der Heimerziehung und hat sich von jeher mit den sozial Benachteiligten und Hilfebedürftigen beschäftigt mit dem Ziel der Wiedereingliederung und der Minderung sozialer Probleme. Bei den Trägern handelte es sich häufig um kirchliche Einrichtungen die auch oftmals durch ehrenamtliche Helfer und Spenden unterstützt wurden.
Mit der Zeit hat sich Sozialarbeit zu einem festem Bestandteil staatlicher Hilfsmaßnahmen etabliert und wurde sowohl in Bezug auf Ausbildung als auch in Bezug auf die Entwicklung sozialpolitischer Erklärungsmodelle weiterentwickelt und professionalisiert. Aus der Wohlfahrt wurde ein Rechtsanspruch und Sozialarbeit nahm einen immer komplexeren und institutionalisierteren Rahmen ein. Aus der Sozialarbeit wurde eine Form praktizierter Sozialpolitik.
Trotz der enormen gesellschaftlichen Veränderungen, die zwangsläufig auch eine inhaltliche und methodische Veränderung der Sozialarbeit mit sich brachten, hat Sozialarbeit nach wie vor das primäre Ziel der Verhinderung sozialer Probleme.
Wenn man sich die Aufgaben eines Betreuers ansieht, kann man auch hier sagen, daß die Hauptaufgabe in der Hilfe bei der Bewältigung sozialer Probleme liegt, jedenfalls soweit dies die Betreuten aus sozial benachteiligten Schichten betrifft. Auch ein Betreuer hat die Aufgabe, den Betreuten bei ihren sozialen Problemen Hilfestellung zu leisten und die Inanspruchnahme sozialer Hilfen finanzieller oder personeller Art zu ermöglichen.
Die Zielsetzung bei der Betreuung entspricht also weitgehend der der Sozialarbeit. Allerdings gibt es doch einige Unterschiede bei den Rahmenbedingungen. Während das Aufgabenfeld eines „klassischen Sozialarbeiters“ meist mehr oder weniger klar umrissen ist, präsentiert sich das Aufgabenfeld eines Betreuers längst nicht so klar und läßt dem einzelnen weit mehr Spielraum. Insbesondere für Dritte scheint es oftmals unklar zu sein, welche Aufgaben von einem Betreuer verlangt werden können und welche nicht. Der Betreuer ist auch nicht in eine Institution oder ein Team eingebunden, wie z.B. ein Altenhelfer, ein Heimleiter oder ein Mitarbeiter einer Beratungsstelle. Davon abgesehen ist der berufliche Hintergrund auch längst nicht so einheitlich wie bei den traditionellen Sozialarbeitern.
Während ein Sozialarbeiter bzw. ein Sozialpädagoge in der Regel ein Fachhochschulstudium der Sozialpädagogik absolviert hat, kann ein Betreuer auch eine völlig andere Ausbildung haben, und so gibt es unter den Betreuern Anwälte, Psychologen und Menschen mit einer kaufmännischen oder pflegerischen Ausbildung.Ensprechend der Ausbildung kann dann auch die Blickrichtung eine andere sein, muß es aber nicht zwingend.
Will man die Frage „leisten Betreuer Sozialarbeit“ in einem Satz beantworten, könnte der in etwa lauten: „Die Zielsetzung der Betreuertätigkeit entspricht der Sozialarbeit, aber die Rahmenbedingungen und die Methodik nicht immer“.
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Freitag, 14. Dezember 2007, 10:10h
Buchtipps
"....trotzdem ja zum Leben sagen" von Viktor E. Frankl
Schon seit langem wollte ich dieses Buch lesen und habe jetzt endlich damit angefangen. Viktor E. Frankel, der Begründer der Logotherapie, war als Jude im KZ Auschwitz inhaftiert und beschreibt diese Zeit nicht nur aus der Sicht eines Häftlings, sondern auch als Psychiater. Dieser Bericht ist also nicht nur ein Zeitdukument, sondern auch eine Analyse des menschlichen Verhaltens in extremster Not.
Wie der Titel schon sagt, gibt es auch in extremster Not nicht nur einen physischen Überlebenstrieb sondern auch einen psychischen Mechanismus, der das Leiden verarbeiten läßt. Dies Buch ist somit eine Hilfe für Menschen mit schweren Erkrankungen oder mit schweren Schicksalen. Ein Buch, das sich an diejenigen wendet, die in ihrem Leben größte Ungerechtigkeiten erleben mußten und ihnen dabei hilft, nicht daran zu verzweifeln.
Dies Buch ist sicher auch eine gute Hilfe für das Verständnis der Logotherapie.
17.12.07 Nachtrag: habe das Buch jetzt durchgelesen und bin noch beeindruckter. Für Philosophie-Fans: am Ende gibt es eine "Metaphysische Konferenz" mit Sokrates, Spinoza und Kant - höchst beeindruckend!
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